Zwangspause am sonnigen Pool

Leider gibt es heute Morgen ein Problem: Andreas ist beim Joggen gestürzt. Rechter Arm und rechtes Bein weisen Schürfwunden auf. Außerdem ist das Handy beschädigt, es ist unklar, ob es noch voll funktionstüchtig ist. Wir frühstücken im Zimmer und legen uns dann an den Pool. – Vor dem Sturz:

Zur Versorgung der Wunden kaufe ich bei Rite Aid Salbe und Verbandsmaterial. In dem überdimensionierten DM gibt’s auch anderes, z. B. riesige Packungen mit Chips oder Schokolade und direkt nebenan die dazu passenden Produkte fürs Weight Management.

Am Pool lassen wir die vergangenen Wochen Revue passieren. Wo hat es uns denn bis jetzt am besten gefallen? Meine Antwort ist auch für mich überraschend: hier in San Luis Obispo (Andreas‘ Antwort: Monterey). SLO liegt in einem Tal, auf fast allen Seiten umgeben von hohen Bergen. Trotzdem ist man nur 15 Kilometer vom Pazifik entfernt. Das Wetter im Tal: tagsüber warm bis heiß, nachts kühl, sehr trockene Luft, fast immer tiefblauer Himmel. Tropische und subtropische Pflanzen bestimmen das Bild der Stadt. Die Menschen, die wir treffen, sind entspannt und freundlich.

Nur 50.000 Personen leben in SLO, in der Metropolregion sind es 250.000, aber allein an der staatlichen Universität studieren knapp 20.000 Studenten. Das lässt die Stadt jung und liberal erscheinen. Es gibt tolle Restaurants und Läden, selbst ein schicker Apple Store ist vorhanden.

Als Nachrichtenjunkie lese ich regelmäßig (auch zuhause) englische und amerikanische Zeitungen. Dazu gehört auch die USA Today, die ich heute in Papier an der Hotelrezeption erhalten habe. Dünn und sehr schmal sieht sie inzwischen aus. Viele amerikanische Zeitungen haben in den letzten Jahren ihr Erscheinen eingestellt oder sind nur noch online verfügbar. Ich bin froh, dass es „meine“ USA Today noch gibt.

Brexit und Trump, diese Themen verfolge ich täglich. Aber ein typisch amerikanischer Vorfall stimmt mich wirklich nachdenklich: Im texanischen Dallas betritt eine weiße Polizistin aus Versehen die falsche Wohnung, nämlich die ihres schwarzen Nachbarn. Sie zückt ihre Pistole und tötet den vermeintlichen Einbrecher. Eine Dritter sieht dies und sagt vor Gericht aus. Der schwarze Zeuge berichtet über seine Angst vor Gewaltkriminalität, wenige Tage später wird er erschossen. Die Polizistin erhält für ihren Mord eine Gefängnisstrafe von 10 Jahren. Diesen Vorfall besprachen wir gestern bei einem Spaziergang durch eine schöne Wohngegend. Würden wir dort auch hingehen, wenn wir schwarz wären?

Heute essen wir aus dem Karton:

Lecker!