Wohnen und Essen

Zuerst bei Emiliano im Londoner Osten in der Nähe vom London City Airport, dann bei Hilda in Kentish Town im Norden, anschließend bei Gabriele in Clapham im Süden, letztes Jahr bei Adil in Pimlico am Nordufer der Themse und jetzt bei Serena in Vauxhall. Fünf Wohnungen habe ich bis jetzt über Airbnb in London kennengelernt.


Emilianos Wohnung war modern und sehr geschmackvoll eingerichtet. Hilda, die einzig ältere Vermieterin, wohnte in einer völlig überladenen, aber trotzdem gemütlichen Wohnung aus den Sechziger Jahren. Gabrieles Haus war im viktorianischen Stil erbaut worden und seine Wohnung auch schön eingerichtet. Adil wohnte in einer sehr vornehmen Gegend in einem alten Haus unterm Dach. Auch die Wohnung dieses Herrn zeugte vom Geschmack des Bewohners. Ganz anders meine jetzige Wohnung: quirlige Gegend, sehr modernes Haus und eine Bewohnerin, die wohl keinen Sinn für Ästhetik hat. Man möchte sofort den ganzen Schrott rausschmeißen und die Wohnung neu gestalten. Nur mein Zimmer ist einigermaßen akzeptabel. Außerdem habe ich den tollen Ausblick.

Airbnb-Zimmer oder Hotelzimmer? Beides hat (im Folgenden in erster Linie auf London bezogen) seine Vor- und Nachteile. Über Airbnb vermittelte Zimmer sind nicht so überteuert wie Hotelzimmer. Außerdem hat man mehr Platz, da der Gastgeber meistens nicht anwesend ist. Und wenn er doch anwesend sein sollte, können sich schöne Kontakte ergeben. Durch die Nutzung der Küche lassen sich zudem Kosten reduzieren. Das gilt besonders für London, denn hier sind auch die Restaurants ganz schön teuer. Nachteilig kann sein, dass die eigene Bewegungsfreiheit evtl. eingeschränkt ist, weil man auf andere Rücksicht nehmen muss. Fazit: Für mich überwiegen eindeutig die Vorteile eines Airbnb-Zimmers.

In London wird viel Street Food angeboten, auf Straßen, in Hinterhöfen und ehemaligen Lager- und Fabrikhallen. Heute besuche ich den in der Nähe der London Bridge gelegenen Mercato Metropolitiano (MM). Insbesondere interessiert mich „Ze Spätzle Club“, ein Stand, der von Nancy Nösel aus Deutschland betrieben wird. Die Spätzle mit Gorgonzola-Soße schmecken lecker, können aber meinen Appetit nicht vollständig stillen. Auf das vor Ort von Deutschen gebraute Bier verzichte ich, schließlich ist es erst 12 Uhr. Über Spätzle- und Bieranbieter berichtete vor Kurzem das deutsche Fernsehen.

Restaurants vom deutschen Herman gibt es inzwischen schon mehrere. Auch darüber hat das deutsche TV schon berichtet. Deutsches Essen scheint hier recht beliebt zu sein.

Auf dem Rückweg komme ich an der London Bridge vorbei. Seit etwa 2000 Jahren (!) befindet sich an dieser Stelle eine Brücke. 1968 wurde die bis dahin hier stehende Brücke abgebaut und in Arizona wieder aufgebaut. Die aktuelle London Bridge ist wenig beeindruckend. In der Nähe der Brücke steht ein sehr interessantes Theater, das ich mir morgen Früh sehr genau anschauen werde.

Nachtrag: Das Beitragsfoto zeigt kein Feuerwerk, sondern eine Großbaustelle mit beleuchteten Kränen: Battersea Power Station. (Liegt übrigens nicht weit von Vauxhall direkt an der Themse.) Hier wird eine neue Londoner Attraktion gebaut. Zum Beispiel soll auf einem der vier Schornsteine in über 100 Meter Höhe eine Aussichtsplattform entstehen. Ich bin schon ganz gespannt auf meinen ersten Besuch.