Zwei Wochen nach unserer Rückkehr

„From paradise to coronavirus“ Diese Überschrift stammt aus dem Guardian. Sie beschreibt ziemlich genau unsere letzten zwei bis drei Wochen. Im Rahmen unserer Neuseeland-Reise sind wir vier mal mit einer Maschine von Korean Air geflogen.

Der dritte Flug, also die Teilstrecke von Auckland nach Südkorea, bereitete uns in der letzten Woche vor der Abreise immer mehr Kopfzerbrechen. Wird der Flug durchgeführt oder wird er gecancelt? Er wurde durchgeführt, aber zwei Tage später wurden alle weiteren Flüge von Korean Air auf dieser Strecke gestrichen. Da haben wir mal wieder viel Glück gehabt.

Der vierte Flug, also die Strecke von Incheon in Südkorea nach Frankfurt, stand wohl nicht zur Disposition. Er war aber anders als die drei vorherigen Flüge. Schon ein paar Tage vor dem Start wurden wir über den Tausch des Fliegers informiert. Die von uns gebuchten Sitzplätze standen nicht mehr zur Verfügung. Die Business Class war weniger großzügig gestaltet. Der Bordservice war auch anders, hektischer und unpersönlicher. Im Flieger erhielten wir eine Broschüre vom Robert Koch Institut mit Infos über das Coronavirus. Außerdem mussten wir ein Formular ausfüllen. Besonders wichtig schien unser Sitzplatz zu sein.

Südkorea ist ein Hightech-Land mit einer modernen Hauptstadt. Dort nutzten praktisch alle Menschen im öffentlichen Raum (im Laden, im Hotel, auf dem Flughafen etc.) eine Atemmaske. Die WHO empfiehlt Masken nicht als Vorbeugung für Gesunde, sondern für Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben.
Südkoreaner nutzen also Masken, um andere nicht anzustecken. Deutsche nutzen diese nicht, da sie sich selbst mit einer Maske nicht schützen können.
Als wir in Deutschland ankamen, waren wir über die Sorglosigkeit der Menschen überrascht. Passanten auf der Straße machten blöde Bemerkungen über unsere Masken. Überall hörten wir von Panikmache.

Jetzt, zwei Wochen nach unserer Rückkehr und am Ende unserer selbstverordneten Abschottung, sieht es anders aus. Das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. (Selbst „mein“ Rautenstrauch-Joest-Museum ist geschlossen. Auch mein Sportstudio hat seinen Betrieb eingestellt.)

Ganz anders sieht es in Neuseeland aus. China ist der wichtigste Handelspartner und sehr viele Chinesen bereisen das Land. Trotzdem gibt es in Neuseeland noch keine Todesopfer und erst wenige Erkrankte. Kurz nach Ausbruch der Krankheit hat die Regierung schnell und entschieden gehandelt. Warum war das in Europa nicht möglich? Warum hat Europa seinen zeitlichen Vorsprung nicht genutzt?

In der nächsten Zeit werden wir wohl auf Reisen verzichten – und unseren Garten in Klettenberg nutzen  (siehe Beitragsfoto).