Alptraum Dreamlines

Im November 2019 buchen wir bei Dreamlines.de eine Kreuzfahrt mit der Norwegian Star um Kap Hoorn. Das Schiff gehört dem Unternehmen Norwegian Cruise Line (NCL). Wir zahlen über tausend Euro an – und freuen uns auf eine aufregende Reise ans andere Ende der Welt. Aufregend wird jedoch nicht die Kreuzfahrt, denn diese fällt wegen Corona aus. Für viel Aufregung sorgt hingegen das Verhalten von Dreamlines nach Absage der Reise.

Im Einzelnen: Im Oktober 2020 wird die Kreuzfahrt gecancelt. Wir werden aufgefordert, ein Konto für die Erstattung der Anzahlung anzugeben. Danach passiert nichts mehr, abgesehen von einem netten Telefonat und mehreren hinhaltenden E-Mails. Schließlich beauftragen wir unseren Anwalt Dr. Berens (Name geändert) mit der Durchsetzung unserer Ansprüche. Nicht Dreamlines sei der Zahlungspflichtige, sondern Norwegian Cruise Line (NCL). Und da NCL nur ein Büro in Wiesbaden habe, sollen wir NCL (Bahamas) Ltd. verklagen. Sagt unser Dr. Berens. Aber die Kosten dieser Klage auf den Bahamas will unsere Rechtsschutzversicherung nicht übernehmen.

Statt aufzugeben, holen wir weitere Auskünfte ein. NCL in Wiesbaden verweist in einem Telefonat auf Dreamlines als Verantwortlichen. Auch unser neuer Anwalt widerspricht der Auskunft von Dr. Berens und schlägt eine Klage gegen Dreamlines vor. Ersatzweise könne auch NCL in Deutschland verklagt werden. Andere, die wir um Auskunft bitten, schließen sich dieser Auffassung an. Anfang März 2021 – knapp fünf Monate nach Absage der Kreuzfahrt – ist das Geld plötzlich auf unserem Konto. Hat NCL Dreamlines zur Zahlung „gedrängt“? Fazit: Dr. Berens hat keine Ahnung vom Reiserecht.

Wenige Tage später verbuchen wir übrigens noch einen weiteren Zahlungseingang auf unserem Konto: Unsere Kreuzfahrt mit der MS Oosterdam (Holland America Line) über den Pazifik von San Diego nach Sydney im Oktober/November 2021 ist ebenfalls storniert worden. Innerhalb weniger Tage überweist Dreamlines das Geld. Der Alptraum Dreamlines hat ein vorläufiges Ende gefunden. (Aktualisierter Beitrag vom 13. März 2021!)

Mein Kontakt für dieses Thema: Kreuz@Terkhorn.de.

Zum Bild: Unsere ersten Masken haben wir vor über einem Jahr gekauft, am Flughafen in Seoul. Lange hat es gedauert, bis sich auch in Deutschland die Erkenntnis durchsetzte, dass Masken schützen.