Sweat im Gielgud Theatre

Bei jedem Londontrip gehe ich auch ins Theater. Diesmal ist es ein recht politisches Stück: SWEAT. Es soll erklären, warum ein großer Teil der amerikanischen Arbeiterschaft aus dem Rust Belt Trump gewählt hat. Wohl keine leichte Kost, aber sicherlich interessant. (Morgen werde ich berichten.)

„Preventing another great stink“ – Das ist der Grund für den Bau einer riesigen und 25 Kilometer langen Abwasserleitung unter der Themse. Mit Great Stink wird Bezug genommen auf den sehr heißen und geruchsintensiven Sommer 1858.

Auch sonst wird in London seit Jahren kräftig gebuddelt: Unter der U-Bahn wird die Crossrail (Elizabeth Line) gebaut. Schneller, bequemer und moderner als die alte Tube soll die neue Strecke den Verkehr in London entlasten. Es handelt sich um eines der größten Bauprojekte in Europa. Eigentlich wollte ich dieses Jahr zum ersten Mal die Elizabeth Line nutzen, aber es gibt Probleme … Kennen wir doch!

Die Stationen der 1979 eröffneten Jubilee Line sind recht modern und verfügen häufig über Bahnsteigtüren.

„This is a Victoria line train to Walthamstow Central.“ Wie spricht man diesen Ort eigentlich aus?
„The District line is part suspended.“ Muss das nicht ein Adverb sein: partially?
„This station has step-free access.“ Warum sehe ich hier unten trotzdem nie Rollstuhlfahrer?
„Vauxhall has reduced escalator facilities.“ Rolltreppe defekt, muss ich da jetzt zu Fuß hoch?

Dieses und noch viel mehr geht mir durch den Kopf, wenn ich die Londoner U-Bahn nutze. Meine wichtigste Strecke ist in diesem Jahr die Victoria Line zwischen Vauxhall und Victoria Station.

Auch heute stoße ich auf Shakespeare – und zwar in der Carnaby Street. Der Herr da oben links in der Ecke – das soll er sein. Ihm fehlt jedoch eine Hand. Eine deutsche Bombe ist schuld.

Schuld an meiner mittelprächtigen Stimmung heute ist das feuchte und kühle Wetter. Aber dafür stinkt es in der Stadt auch nicht. Immerhin.